Das Kambrium

 

 

Das frühe Proterozoikum beginnt mit der Bildung der ersten einzelligen Organismen und geht in das mittlere Proterozoikum über, hier entstehen die ersten mehrzelligen Organismen mit Zellkern und Mitochondrien. Mit dem späten Proterozoikum entwickelten sich höhere Lebensformen die ihre Spuren im kambrischen Sandstein zwischen 550 und 560 Millionen Jahren hinterlassen haben.

Mit der „Kambrischen Explosion“ vor gut 540 Millionen Jahren, begann das Leben sich zu entwickeln. Aber es brauchte dafür schon einen Vorlauf. Nach der 2. Globalen-Eiszeit (Hypothese „Schneeball Erde“), entwickelte sich bei einigen Lebewesen das Collagen. Damit wurde der Grundstein gelegt, damit so auch höherentwickeltes Leben entstehen konnte. Mit einfachsten, mehrzelligen Lebensformen in den kontinentalen Flachmeeren ging es los, wie die Spurenfossilien in den quarzitsandsteinen Südschwedens belegen. Aus dieser Zeit sind Spuren von  Kriech- und Wühlgängen überliefert worden. Zu diesen eher primitiven Organismen gehöhrten Würmer, von ihnen lassen sind einfache Wohnbauten im quarzitischen Skolithen-Sandstein finden.

Die wichtigste Erfindung der Welt ist die Fotosynthese, aber genauso bedeutsam ist die Eroberung des Festlandes. Sie war ein wichtiger Schritt in der Evolution der Lebewelt. Die Land-Meer Interaktion  begann schon früh im Paläozoikum, noch vor der Entwicklung einfachster Lebensformen in den Meeren. Schon kurz nach der zweiten Globalen-Eiszeit vor 600 Mill. Jahren, bildeten sich aus Algen schon die ersten mikrobiellen Matten in den Flachwasserzonen der Meere. Als dann die ersten Tiere sich im Meer entwickelten, gab es schon Nahrung für diese.

Biosedimentäre Systeme in Form von sogenannten „Biolaminite“ finden sich nur selten zwischen dem Geschiebe-Material. Dieser rund 540 Mill. Jahre alte Sandsteine weist auf der aufgebrochenen Oberfläche eine mikrobielle Matte auf, die durch Trocknung an der Luft ihre typischen Risse zeigt. Auf dem siliklastischen Sediment bildeten sich  immer mal wieder mikrobielle Matten. Aber das sich diese Matten erhalten und sogar versteinert überliefert werden, dazu bedarf es schon ein bisschen Glück. Denn in der Regel werden diese Matten von Organismen jener Zeit abgegrast. Also kann man davon ausgehen, dass das Gelände immer wieder für eine gewisse Zeit trocken viel (Gezeitenwechsel), oder aber es sich um eine Lagune gefüllt mit Brackwasser handelte.

 

 

Spurenfossil Biolaminite (540 Mill.Jahre)
Diese Biolaminite können als Vorstufe der Landbesiedlung angesehen werden.
(Münsterländer Kiessandzug)
 
In den fossilen Sandablagerungen in Skandinavien haben sich Spuren komplexer, aber noch einfachgebauter Lebewesen vor ca. 545 Millionen Jahren, erhalten. So haben sich verschiedenste Röhrenstrukturen im Sandstein erhalten. Diese Lebensspuren gehören der Ediacara Formengruppe an. Zu ihnen gehören die Skolithos-Erzeuger, aber auch Monocraterion oder Syringomorpha. Die Lebewesen der Ediacara Welt waren sessil lebend und sind nicht klassifiziert, also können keiner Tier- oder Pflanzengruppe zugeordnet werden.
 
 
 
Kalmarsund-Sandstein mit Chiasma (550 Mill. J.)
 Kalmarsund-Sandstein mit einfachem Chiasma (550 Mill. J.; Eokambrium) 
 
 
Kalmarsund-Sandstein mit Chiasma
Kalmarsund-Sandstein mit mehrschichtigem Chiasma (550 Mill. J.; Eokambrium) 
 
 
Kalmarsund-Sandstein mit Chiasma
Kalmarsund-Sandstein mit einfachem Chiasma (550 Mill. J.; Eokambrium)
 
 
Spurenfossil Scolithos linearis (Haldeman, 1840)  Spurenfossil Scolithos linearis (Haldeman, 1840)
Kalmarsund-Sandstein mit Spurenfossil Skolithos linearis (Haldeman, 1840)
 
 
Spurenfossil Scolithos linearis (Haldeman, 1840)Kalmarsund-Sandstein mit Spurenfossil Skolithos linearis (Haldeman, 1840)
 
 
Spurenfossil Scolithos linearis (Haldeman, 1840)
 Kalmarsund-Sandstein mit Spurenfossil Skolithos linearis (Haldeman, 1840)
 
 
Spurenfossil Scolithos linearis (Haldeman, 1840)   Spurenfossil Scolithos linearis (Haldeman, 1840)
Spurenfossil Skolithos linearis (Haldeman, 1840)
Skolithos bildet senkrecht zur Schichtung verlaufende Röhren, hier durch Limonit grünlich gefärbt.
Diese können mal sehr dicht stehen oder weit auseinander sein;
 
 
Spurenfossil Scolithos linearis (Haldeman, 1840)
Spurenfossil Skolithos linearis (Haldeman, 1840)
Bei diesem Stein sind die Röhren rötlich bis violett gefärbt, durch Oxidation verfärbt sich der Limonit.
 
 
Spurenfossil Kugelalgen? (1,5 cm Dm)
Spurenfossil Kugelalgen? (1,5 cm Dm)
(Kalmarsund-Sandstein)
 
 
Spurenfossil Monocraterion cf. tentaculatum (Torell, 1870)   Spurenfossil Monocraterion cf. tentaculatum (Torell, 1870)
Spurenfossil: Monocraterion cf. tentaculatum (Torell, 1870)
 
 
Spurenfossil Syringomorpha nilssoni (Torell, 1868)   Spurenfossil Syringomorpha nilssoni (Torell, 1868)
Spurenfossil: Syringomorpha nilssoni (Torell, 1870)
 
 
Spurenfossil Diplocraterion sp.   Spurenfossil Diplocraterion parallelum (Torell, 1870)
Spurenfossil: Diplocraterion parallelum (Torell, 1870)
Diplocraterion hat eine U-förmige Röhre, die beiden Röhren werden durch zahlreiche Spreite miteinander verbunden
 
 
Spurenfossil Conichnus sp.

 Spurenfossil: Conichnus sp.

 

Wellenrippeln
Ein Mickwitzia Sandstein mit Wellenrippel-Struktur
 
 
Kambrischer Sandstein (550 Mill. Jahre)
Fucoiden Sandstein mit Sedimentkompaktion (Unter-Kambrium, 540 Mill. J.)
 
 

Text Harald Rohe 

Erstellt: Jan. 2020 

Letzte Aktualisierung: 

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.