Blick in den Piesberg
Das Karbon bekam seinen Namen nach dem lateinischen Wort carbo, das übersetzt Kohle bedeutet. Es begann vor etwa 350 Millionen Jahren und umfasste einen Zeitraum von etwa 65 Millionen Jahren. Im Karbon kam es vermehrt zu tektonischen Veränderungen im europäischen Raum: Das Land hob und senkte sich und durch seitlichen Druck bildeten sich Falten, die sich zu Gebirgen auftürmten. Das Meer wurde allmählich weiter verdrängt oder verlandete.
Die Erde war üppig von Pflanzen und Bäumen überwuchert. In diesem Lebensraum gab es Insekten, die einen Riesenwuchs erreichen konnten und eine Vielzahl von Amphibien. Die ersten Reptilien traten auf.

In den Wäldern bildeten sich Sümpfe, in denen Bäume und Pflanzen verrotteten. So entstand im Laufe von Jahrmillionen unsere heutige Kohle und das ist auch der Grund, warum dort, wo Kohle abgebaut wird, Pflanzenfossilien zu finden sind. In der Tierwelt der Meere traten hauptsächlich Brachiopoden, Stachelhäuter, Ammoniten, Fische und Korallen auf. Im Osnabrücker Bergland tritt das Karbon an drei Stellen inselförmig zu Tage: am Schafberg bei Ibbenbüren, am Hüggel und am Piesberg. Diese sogenannten Karbonhorste wurden in Folge tektonischer Aufarbeitung emporgehoben (Schafberg; Hüggel), bzw. aufgewölbt (Piesberg). An diesen Aufschlüssen sind viele Pflanzenfossilien zu finden. Seltener sind Funde von Insekten oder Muscheln. Der wohl bekannteste Fund ist der Baumstumpf einer Sigelarie aus dem Piesberg im Eingangsbereich des Museum am Schölerberg.
Die Gesteine des Karbon bestehen hauptsächlich aus einer Wechselfolge von Kohle, Tonsteinen und Sandsteinen, den sogenannten Cyclothemen.